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Trägeröle bei Allergien: Natürliche Unterstützung für dein Immunsystem

juliafalkenstein
Nachtkerzenblüten und ein Schälchen mit Nachtkerzenöl auf einem Holztisch.

Allergien sind eine weit verbreitete und wachsende Herausforderung, die das Immunsystem übermäßig reagieren lässt und Symptome wie Juckreiz, Schwellungen oder Atembeschwerden hervorruft. Neben dem Einsatz von Hydrolaten und u.U. auch ätherischen Ölen bietet die Aromatherapie wertvolle Unterstützung insbesondere durch den Einsatz von Trägerölen, auch bekannt als Pflanzenöle oder fette Öle.


Pflanzliche Öle und Fette können helfen, das Immunsystem zu modulieren und allergische Reaktionen zu lindern. Sie sind deshalb so wichtig, da sie gespickt sind mit wertvollen Inhalten: neben den Fettsäuren sind auch die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die so positiv wirken auf die Gesundheit. Neben Duftstoffen (ja, auch Aromen können in einigen pflanzlichen Trägerölen und Fetten vorkommen) sind besonders bioaktive Substanzen wie Flavonoide (antioxidante Pflanzenfarbstoffe), Vitamine (wichtige Zellschutzmittel, die kennst du ja), Phenole (wirkungsvolle Radikalfänger), Isoflavone („Phytohormone“), Spurenelemente und andere hier besonders wirkungsvoll.


Durch die Aufnahme dieser kleinen Helfer in Form von Bio-Pflanzenölen in Rohkostqualität (bei höheren Temperaturen über 40°C gehen sonst nämlich die wertvollen Zusatzstoffe flöten) sorgen wir einmal mehr dafür, dass unser Körper alles hat, was er für ein balanciertes Funktionieren braucht. Und sich nicht wegen Mangel in den Entzündungszustand oder in verstärkte Sensibilität (bis zu Allergien) hochschaukelt. Dabei kommt es auf die Verteilung der richtigen Fettsäuren an.


Omega-3-6-9: Das richtige Verhältnis für die Gesundheit


Unsere moderne Ernährung enthält oft zu viel Omega-6-Fettsäuren, insbesondere aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln und Sonnenblumenöl. Ein Überschuss an Omega-6 kann entzündliche Prozesse im Körper verstärken und Allergien begünstigen. Omega-3-Fettsäuren hingegen wirken entzündungshemmend und können das Immunsystem ins Gleichgewicht bringen (Simopoulos, 2016).


Mein Ansatz ist es, nicht einfach Omega-6 zu reduzieren, sondern gezielt mehr gesunde Fette aufzunehmen, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu stärken und zu regenerieren. Eine bewusste Integration von Leinöl, Algenöl, Perillaöl und anderen hochwertigen Pflanzenölen kann dazu beitragen, das Omega-3-6-9-Verhältnis zu optimieren und die allgemeine Gesundheit zu verbessern. Und ehrlich gesagt: wenn ich Patient:innen aufgebe, mehr Pflanzenöle in ihre Ernährungsgewohnheiten zu integrieren und gleich auch einige Rezepte mitgebe, verändern sie zu einem Großteil ihre Ernährung automatisch und essen weniger Omega-6-haltige Lebensmittel.



Zellaufbau von innen und von außen


Ihr müsst euch Allergie so vorstellen, als wäre irgendwo die Körperabwehr nicht in Ordnung. Wie ein Rohr, das ein Leck hat. Und dann anfängt zu rosten. Dadurch wird das ganze Rohr immer rostiger, und es tritt Wasser aus. So ähnlich ist es bei Allergien. Deine Zellen oder auch die Blutwege sind nicht ganz „dicht“ oder unflexibel. Sie funktionieren nicht mehr richtig, weil sie gestresst sind, weil es keine Balance mehr gibt die die Dinge im Gleichgewicht halten. Die Balance gibt es dadurch nicht, dass Nährstoffe fehlen. Die fehlen vielleicht, weil du sie nicht lieferst, oder aber (was wahrscheinlicher ist), weil sie durch weiteren Stress an anderer Stelle (auf-)gebraucht werden.


Da jede Zelle mit einer Lipidschicht (also Fettschicht) umgeben ist, ist die Gabe von fettreichen gesunden Ölen geradezu genial, um die Barrieren der Zellen wieder zu stärken.


Schwarzkümmelöl (Nigella sativa): Ein bewährter Helfer


Schwarzkümmelöl ist seit Jahrhunderten für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Es enthält Thymochinon, das antioxidativ, entzündungshemmend und immunmodulierend wirkt. Studien zeigen, dass Schwarzkümmelöl die Freisetzung von Histamin reduzieren kann, was zu einer Linderung von Allergiesymptomen führt (Hosseinzadeh et al., 2018). Eine regelmäßige Einnahme kann sowohl präventiv als auch akut unterstützend wirken (Mehr dazu in meinem früheren Blogartikel zu Schwarzkümmelöl).


Schizochytrium Algen auf dem Meeresboden. Quelle: NORSAN
(c) Norsan

Algenöl: Omega-3-Fettsäuren für das Immunsystem


Algenöl ist eine pflanzliche Quelle für die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Diese Fettsäuren können dazu beitragen, das Immunsystem zu regulieren und Entzündungsprozesse, die bei Allergien eine Rolle spielen, zu mindern (Calder, 2017). Für Vegetarier und Veganer ist Algenöl eine hervorragende Alternative zu Fischöl, um den Omega-3-Bedarf zu decken.


Perillaöl (Perilla frutescens): Ein traditionelles Mittel aus Asien

 

Perillaöl (Shiso), gewonnen aus den Samen der Perillapflanze, ist reich an Alpha-Linolensäure (ALA), einer Omega-3-Fettsäure. Forschungen haben gezeigt, dass Perillaöl die Produktion von Allergiemarkern wie IgE reduzieren kann, was auf seine potenzielle Wirksamkeit bei der Linderung von Allergiesymptomen hinweist (Banno et al., 2004). Zudem wurden positive Effekte bei Asthma und saisonalen Allergien beobachtet.


Leinöl (Linum usitatissimum): Reich an Alpha-Linolensäure


Leinöl enthält einen hohen Anteil an Alpha-Linolensäure, einer Omega-3-Fettsäure, die entzündungshemmend wirkt. Durch die regelmäßige Einnahme von Leinöl kann das Immunsystem unterstützt und allergische Reaktionen vermindert werden (Schwingshackl & Hoffmann, 2014). Es ist jedoch wichtig, auf die richtige Dosierung zu achten und das Öl nicht zu erhitzen, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Das fette LeinDOTTERöl hat eine ähnliche Zusammensetzung wie das Leinöl, ist aber wohlschmeckender.


Leinblüten und eine Holzschale mit Leinsamen, ein Silberlöffel mit Leinsamen davor und ein Glasfläschchen mit Korken voll Leinöl oder Leinsamenöl.

Nachtkerzenöl (Oenothera biennis) (s. 1. Bild oben): Unterstützung für die Haut

Nachtkerzenöl ist bekannt für seinen hohen Gehalt an Gamma-Linolensäure (GLA), einer Omega-6-Fettsäure, die entzündungshemmend wirkt. Es wird häufig bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis eingesetzt und kann helfen, Hautreizungen und Juckreiz zu lindern (Kanehara et al., 2007). Die regelmäßige Anwendung, sowohl innerlich als auch äußerlich, kann die Hautbarriere stärken und Symptome von Hautallergien reduzieren.

 

Rezeptur für einen täglichen „Shot“ an Gesundheit

Pur einnehmen oder über einen Salat, ein Müsli geben oder in ein Glas mit Saft. Ich integriere das (naja: fast) täglich in meine Ernährung, und animiere auch alle Patient:innen und meine Umwelt, das Gleiche zu tun. Santé!

Rezeptur für ein hautberuhigendes Öl bei Allergien

Zutaten:


Anwendung:

  • Mische die Öle in einer sauberen Glasflasche.

  • Trage die Mischung zweimal täglich auf die betroffenen Hautstellen auf.

  • Vor dem Auftragen die Haut mit einem Rosenhydrolat benetzen. Das beruhigt und sorgt für ein besseres Einziehen des Trägerölmixes.

  • Vor Gebrauch gut schütteln.


Diese Mischung kombiniert die entzündungshemmenden und hautberuhigenden Eigenschaften der genannten Öle und kann helfen, Hautreizungen und Juckreiz zu lindern.


Hast du Fragen oder willst gerne mit mir und Aromatherapie deine Allergie angehen? Buche gern einen kostenlosen Kennenlerntermin:



Quellen:

  • Hosseinzadeh, H., et al. (2018). “Effects of Nigella sativa L. and its constituents on allergic and immunological disorders: A review.” Phytotherapy Research.

  • Calder, P. C. (2017). “Omega-3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man.” Biochemical Society Transactions.

  • Banno, N., et al. (2004). “Anti-inflammatory and anti-allergic effects of Perilla frutescens extract in mice.” International Immunopharmacology.

  • Schwingshackl, L., & Hoffmann, G. (2014). “Dietary fatty acids in the secondary prevention of coronary heart disease: a systematic review, meta-analysis and meta-regression.” BMJ Open.

  • Kanehara, S., et al. (2007). “Clinical effects of evening primrose oil on atopic dermatitis.” Journal of Dermatological Science.

  • Simopoulos, A. P. (2016). “An increase in the Omega-6/Omega-3 fatty acid ratio increases the risk for obesity.” Experimental Biology and Medicine.

 

 

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